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Besucherströme rund um den Teich an der Kaiservilla: Künftig soll es in Mindens Grüngürtel eine weitgehend getrennte Wegeführung für Fußgänger und Radfahrer geben. Die Glacisrunde aufwerten Fördermittel für die Aufwertung des Glacis’: Ex-Landrätin und Regierungspräsidentin Anna Katharina Bölling hat den Bescheid persönlich übergeben. Erste Maßnahmen sollen unmittelbar starten. MINDEN. 791.000 Euro werden in Mindens Grüngürtel investiert. Diese Mittel kommen aus dem Städtebauförderprogramm des Landes Nordrhein-Westfalen, welches durch den Bund mitfinanziert wird. 20 Prozent trägt die Stadt Minden. Die Zusage an die Stadt Minden erfolgte im vergangenen Sommer vorbehaltlich des Inkrafttretens der Verwaltungsvereinbarung „Städtebauförderung 2022” – nach Gegenzeichnung durch alle 16 Bundesländer. Das ist nun in 2022 geschehen. Daher konnte jetzt die offizielle Übergabe erfolgen. Die Präsidentin der Bezirksregierung Detmold, Anna Katharina Bölling, überreichte den Förderbescheid jetzt im Rathaus an Bürgermeister Michael Jäcke. „Ich schätze das Glacis sehr und freue mich als Regierungspräsidentin und Bürgerin Mindens diese Mittel ganz persönlich zu überbringen“, strich Bölling heraus. Die Glacisrunde sei sie schon unzählige Male gelaufen, verriet die Präsidentin in einem Pressetermin. Auch Bürgermeister Michael Jäcke läuft regelmäßig und gehört zu den häufigen Nutzern des Glacis. Besonders wichtig ist ihm, dass es künftig eine weitgehend getrennte Wegeführung für Fußgänger und Radfahrer gibt. Die Aufwertung des gesamten Glacis‘ werde die Stadt und die Städtischen Betriebe, die die Planungen ausführt, noch die einige Jahre beschäftigen. „Wir haben ein großes Ziel vor Augen“, so Jäcke. Der Waldpark rund um die Innenstadt müsse „fit für die Zukunft“ gemacht werden. Basis für eine mögliche Förderung ist das städtebauliche „Pflege- und Entwicklungskonzept für das Glacis“, das der Rat im September 2020 einstimmig beschlossen hat. Dem voraus ging ein längerer Planungsprozess, in den auch die Bürgerschaft eng einbezogen war. Mit der Umsetzung – in mehreren Bauabschnitten – wird nun begonnen. „Diese Förderung ist ein guter Beginn für die Erhaltung und die künftige Entwicklung des Glacis – in Anbetracht der aktuell bestehenden und künftigen Klimaveränderungen. Der Rat der Stadt hat das Konzept beschlossen und wir freuen uns, dass es jetzt richtig losgehen kann“, sagt der Beigeordnete für Städtebau und Feuerschutz, Lars Bursian. Bereits seit einigen Jahren seien längere Hitzeperioden und Trockenheit eine große Herausforderung für städtisches Grün, weiß Beigeordneter und Betriebsleiter Peter Wansing (Städtische Betriebe Minden). Mit der Umsetzung der geförderten Maßnahme wartet die Stadt nicht lange. Denn schon in dieser Woche geht es im Fischerglacis - das ist der Bereich zwischen Hermannstraße und Marienstraße – mit ersten Fällarbeiten los. Diese müssen in der Vegetationspause und bis spätestens 28. Februar erfolgen. 30 größtenteils marode Bäume werden ab dem 16. Januar von einem beauftragten Unternehmen gefällt, kündigen die Städtischen Betriebe Minden (SBM) an. „Aber auch einige wildgewachsene Bäume sind darunter. Diese haben großen und alten Buchen seit Jahren Platz und Licht weggenommen“, berichtet Gartenbautechniker René Kreß aus dem Bereich Grünflächen und Bestattungswesen der SBM. Zwei bedeutungslose Bäume müssen ebenfalls gefällt werden, weil sie der künftigen Wegeführung im Weg stehen. Die Fördermittel und 20 Prozent Eigenmittel der Stadt werden in diesem und auch im nächsten Jahr für Baumfällungen, Grünschnitt, für klimaresistente Neuanpflanzungen, die Entschlammung des Teiches im Fischerglacis, die Erneuerung der Uferböschung dort, für die Erneuerung der Marienquelle, für neue Wege mit wassergebundener Decke und Pflasterarbeiten ausgegeben. Im Vordergrund der getrennten, in Teilen aber auch der gemeinsamen Wegeführung steht die verbesserte Barrierefreiheit im Glacis. Mit der Umsetzung des Konzepts will die Stadt nicht nur auf Klimaveränderungen und deren Folgen reagieren. Es geht auch um weitere Schadensbegrenzung – bezogen auf den vom Gutachter festgestellten hohen Nährstoffgehalt im Boden des Glacis‘. Dieser wurde in der Vergangenheit durch Niederschlag/Luft und Blattmasse, aber auch durch den Eintrag von Menschen und Hunden gefördert. „Der Nährstoffgehalt ist unbedingt zu reduzieren“, so René Kreß. Denn das Glacis sei längst nicht so artenreich, wie man denke, und der Boden leide unter dem hohem Nährstoffeintrag. Das führe zu geringerem Wurzelwachstum, insbesondere weniger Feinwurzeln. Daraus resultierten Kronenverlichtungen und eine höhere Anfälligkeit der Bäume gegen Windwurf und Trockenheit. Das Glacis in Minden gilt als ein wertvoller und wichtiger Grüngürtel in der Mitte der Stadt, das von sehr vielen Menschen genutzt und geschätzt wird. Mit den Maßnahmen des Pflege- und Entwicklungskonzeptes soll der Waldpark ökologisch wertvoll für die Zukunft aufgestellt werden. Das wird nun im ersten Abschnitt Fischerglacis umgesetzt und auch für die Bewohnerschaft deutlich sichtbar. Vor der eigentlichen Umsetzung gab es vorbereitende Arbeiten. So erfolgte die Sichtung von zu fällenden Bäumen im Herbst 2022. Zudem wurden Bodenproben auf Testflächen für die Laubentnahme genommen, um den Nährstoffgehalt zu ermitteln. Auch haben die SBM im Botanischen Garten einen Bereich angelegt, in dem klimaresistente Bäume wachsen und beobachtet werden. Weiter gab es eine Untersuchung des Teiches hinter der Kaiservilla. „Wir wissen nun, dass es möglich ist, diesen ohne ökologische Schäden abzupumpen und zu entschlammen,“ berichtet Gartenbautechniker Kreß. Im Anschluss an diese Arbeiten soll der Teich über einen neuen Weg besser zu erreichen sein. Es wird dort künftig auch einen kleinen Aufenthaltsbereich geben. ”Der Waldpark rund um die Innenstadt muss fit für die Zukunft gemacht werden.“ Anna Katharina Bölling überreichte den Förderbescheid im Rathaus an Bürgermeister Michael Jäcke. M I T S P I T Z E R F E D E R Wenn Langeweile ganz schön anstrengend wird Irgendwie ist jetzt gähn. Ist es noch der Winterschlaf oder schon die Frühlingsmüdigkeit? Oder einfach nur die gute alte Langeweile? Vorsicht: Letzteres kann ganz schön gefährlich werden... Das haben zumindest Gesundheitsexperten einer Krankenkasse herausgefunden und das Gegenteil vom allseits bekannten Burnout formuliert: das Boreout (engl. boring = langweilig). Die Betroffenen müssen sich im Job mit anspruchslosen Aufgaben herumplagen. Aus Frust „tippen sie wahllos auf ihrer Computertastatur herum, surfen stundenlang im Internet oder lösen SudokuRätsel – um möglichst ausgelastet zu wirken.“ Abends fühlen sich solche Mitarbeiter dann, so ein Mediziner, erschöpft, ausgelaugt und unzufrieden. Sachen gibt´s! Hoffentlich haben Sie sich beim Lesen dieser Zeilen nicht gelangweilt, hofft Ihr Weserspucker Die Kreishandwerkerschaft Wittekindsland hat eine neue Geschäftsführerin: Martina Hannen. Die 52Jährige wurde auf der jüngsten Delegiertenversammlung ohne Gegenstimme bei einer Enthaltung gewählt. Kreishandwerksmeister Ulrich Birkemeyer beglückwünschte die Juristin. 500 Jahre Hofgeschichte Vortrag stellt bäuerliche Vergangenheit vor MINDEN. Am 24. Januar lädt der Mindener Geschichtsverein Interessierte zu einem Vortrag in das Hansehaus in Minden ein. Stadtheimatpfleger Jürgen Sturma wird die 500-jährige Geschichte des in Südfelde gelegenen Hofes Klöpper und das neuzeitliche Lehnswesen im Fürstentum Minden in den Blick nehmen. Sein Vortragstitel lautet: „Bauern oder Lehnsmannen? 500 Jahre Hof Klöpper Nr. 1 in Südfelde“. Beginn des Vortrags ist um 19.30 Uhr. Der Hof Nr. 1 in Südfelde befindet sich seit über 500 Jahren im Besitz der Familie Klöpper. Mit einem Lehnsrevers des Gherke Klöpper aus Jahr 1522 tritt der Hof zum ersten Mal in den Quellen auf. Der Vortrag beschäftigt sich mit dem frühneuzeitlichen Lehnswesen im Fürstentum Minden am Beispiel des Klöpperschen Lehens. Die Präsentation geht nicht nur auf das Lehen der Familie Klöpper ein, sondern untersucht auch die unmittelbare Umgebung. Eintritt ist frei. KONTAKT IMPRESSUM Reklamation Zustellung: Anzeigen: Minden (0571) 88806-0 Gewerblich (0571) 882-130 Privat (0571) 882-71 Redaktion: (0571) 882-651 Zentrale: (0571) 88806-0 Fax: (0571) 882-157 www.WeserSpucker.de info@weserspucker.de Herausgeber: Bruns Verlags-GmbH & Co. KG Obermarktstraße 26–30, 32423 Minden Telefon: (0571) 88806-0 Geschäftsführung: Sven Thomas, Carsten Lohmann Anzeigen: Thomas Bouza Behm Redaktion: OWL Redaktionsservice GmbH Leitung: Jörg Meier (V.i.S.d.P.), Mareike Bulmahn Preise: Es gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 62 vom 1. Januar 2023 Falls Sie dieses Produkt nicht mehr erhalten möchten, bitten wir Sie, einen Werbeverbotsaufkleber mit dem Zusatzhinweis „Keine kostenlosen Zeitungen“ an Ihrem Briefkasten anzubringen. Weitere Informationen finden Sie auf dem Verbraucherportal www.werbung-im-briefkasten.de. WS−644014_A Weserspucker · Wochenblatt für den Mühlenkreis Nummer 3 · 21. Januar 2023

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